Im Krankenhaus.

Ich habe schlecht geträumt. Vom Nachsorgetermin, den ich mir nach Intervention on top besorgt habe, da ich gern – wie in den Richtlinien Onkologie erwähnt – alle Vierteljahr zum Check Up gehen möchte. Meine Umfrage unter Brustkrebspatienten (Jahr 1-3 nach Diagnose) ergab dasselbe Resultat: bis auf U., meine Schwester im Herzen, die alle 6 Monate zur Untersuchung antreten soll, haben alle Mitstreiterinnen vierteljährliche Nachsorgetermine. U. und ich haben allerdings dieselbe Ärztin.

Angst vor dem heutigen Termin habe ich nicht. Als ich mich auf den Weg mache, ist mir aber etwas flau im Magen. Seit 22.00h habe ich nichts mehr gegessen, damit ich nüchtern um 11.00h im Dachgeschoss des kleinen Krankenhauses erscheine, sollten die Blutwerte überprüft werden. Meine Blutwerte waren letztes Mal nicht sensationell („grundsätzlich in Ordnung“ laut des beiliegenden Grusses in der Post, was mich genauer hat hinschauen lassen).

Die Blutwerte waren ja nicht sensationell, sage ich zu meiner Ärztin. Sie schaut in den Computer, sie fände die Werte ok, kein Grund zur Beunruhigung.
Ich erwähne, dass ich über die letzten Monate zweimal Schmerzen in einer Rippe gehabt hätte, die allerdings auch wieder verschwunden sind. Panisch bin ich deshalb nicht, aber aufmerksam. Sollten die Schmerzen nochmal kommen, würde ich das untersuchen lassen wollen.
Ich ernähre mich gesund, stellt sie eher fest als das sie fragt. Ich bejahe. Warum der Cholesterinwert wieder höher ist, kann ich nicht erklären.

Auch der Tastbefund ergibt nichts Neues, nur die beiden Knoten im linken Narbengebiet, aber die habe ich seit der Strahlentherapie.

Es geht mir gut, ich sehe gesund aus, das merke ich selbst, als ich im Wartezimmer sitze. Man kann den Menschen, die hier warten, ansehen, wie es ihnen geht; die Sorgenfalten im Gesicht, das permanente Wippen des Fußes, die vorneübergebeugte Haltung beim Sitzen, der abwesende Blick. Wieder einmal mehr ist mir klar, dass ich Glück gehabt habe, dass ich physisch und psychisch so gut aus dem Drama rausgekommen bin.

Ich freue mich, dass Prof. Dr. M. (mein Lebensretter) ins Wartezimmer schaut um seine Patientin zu holen und mich freundlich grüßt, sie wird wohl die nächste sein, der er hoffentlich das Leben retten wird.
Ich nehme mein Rezept und mache mich auf zum Schwimmen.

2 Jahre, 3 Monate und 4 Tage krebsfrei.

Foto: Belohnung für den Tag – ein selbstkreiertes Zitronen-Himbeereis, zuckerfrei.

16 Gedanken zu “18.06.2019

  1. Erstmal herzlichen Glückwunsch, dass du solange jetzt krebsfrei bist und natürlich hoffentlich bleibst!

    Nimmst du noch Medikamente? Bei mir erhöhen zum Beispiel die Medikamente den Cholesterinwert, egal wie ich mich ernähre, er ist immer grenzwertig :/

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    1. Danke Dir 🙂 ja, ich nehme Tamoxifen über 5 Jahre. Das hat den längsten Beipackzettel ever, zB muss ich deshalb alle paar Monate zum Augenarzt zum Überprüfen. Cholesterinsteigerungen sind da nicht erwähnt, aber alles andere an Nebenwirkungen, die es überhaupt gibt 😉

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    1. das ist auch superlecker! Quark, Yoghurt (10%), Wasser, frischen Zitronensaft bzw frische Himbeeren, gut verrühren bis es fluffig ist, einfrieren. Ggbs etwas Xylit reintun, falls es Dir zu sauer isr

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  2. Ich freue mich auch für Dich. Ich wollte unter Deinem Post vom Selbskreierten Eis was schreiben, hat aber nicht funktioniert . Deshalb schreibe ich hier. Ich stelle ja gerade um auf zuckerfrei und hätte gerne Dein Rezept für das Eis . Sieht sehr schön und lecker aus.
    „Milchcremeeis “ aus Reis- und Kokosmilch habe ich gerade hergestellt. Ich hatte ja immer das aus dem Bioladen was ja genauso gut schmeckt wie Kuhmilcheis und aus Reismilch besteht, aber das hat 25 g Zucker pro hundert Gramm und deshalb hab ich das jetzt selber hergestellt. Es schmeckt sehr gut aber ohne Eismaschine wird es nicht cremig und bildet Eiskristalle weshalb ich mir jetzt eine Eismaschiene zulege. Sonst ist es sehr einfach. Einfach beim Schokoeis Kakao reintun, beim Nusseis Nussmuß aus dem Bioladen und pürierte Himbeeren etc.

    Liebe Grüße

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