Unterwegs.

Ob ich gerade bei Lidl gewesen sei, fragt der Mann. Er ist älter, untersetzt und macht einen etwas heruntergekommenen Eindruck, wie er am U-Bahnhof Schlump mit seinem Rollator vor mir stehenbleibt. Der Rollator ist  mit diversen vollen Plastiktüten beladen.

Nein, bei Penny, antworte ich. Da gehe ich freitags immer nach dem Schwimmen vorbei, der Penny liegt auf dem Weg zum Bahnhof. Diesmal habe ich mir Bio-Blaubeeren, Buttermilch und eine Butter geholt.

Bei Lidl gebe es jetzt Reiskocher, fährt der Mann fort und guckt mich erwartungsvoll an. Er habe gleich zwei gekauft, dann habe man mal ein Geschenk, fügt er hinzu. Ich lobe diese vorausschauende Kaufentscheidung, wünsche ihm viel Spaß beim Kochen und steige in meine Bahn ein.

Ich werde dauernd angesprochen. Vermutlich liegt es daran, dass ich ungefährlich erscheine und einigermaßen vertrauenserweckend auf meine Umwelt wirke. Jedenfalls nehme ich das an. Gestern an der Bushaltestelle in der Mönckebergstraße sprach mich ein älteres Paar auf eine Mitwartende an, die wüst vor sich hinschimpfte. Und vorgestern zwei Damen, die ihr Hotel suchten.

Interessant sind sie jedenfalls, diese zufälligen Gespräche auf der Straße, die kurze Bekanntschaft mit Fremden, die dann wieder ihres Weges gehen, zurück in die Anonymität, aus der sie gekommen sind.

Nachtrag:
Ein Reiskocher ist einer der Gegenstände, die ich wirklich noch nie haben wollte.

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11 Gedanken zu “25.5.2018

  1. Haha, so schön! Das kenn ich gut, mir geht’s auch ganz oft so. Entweder ich werde angesprochen, oder ich merke, wie mich die Menschen anschauen und spreche sie dann an.

    Ich koche zwar mehrmals die Woche Reis, aber einen eigenen Reiskocher, nee! Total überbewertet dieses Teil. Das zahlt sich nur für Chinarestaurants aus, die mehrmals täglich Reis kochen. Und den Porzellanfilter verwende ich auch mindestens einmal pro Woche (ich trinke nicht mehr so viel Kaffee).

    Alles Liebe aus Wien und ein wunderschönes sonniges Wochenende!

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  2. Ich koche meinen Kaffe auch mit einem Porzellanfilter und Geschirrspühlmaschine haben wir keine , weil die nicht in die Küche passt. Ich dachte schon so „mittelalterlich“ wie ich
    spühlt niemand mehr ab.
    Ich wollte Dich mal was zu unserer gemeinsamen „Liebe“ , der Insel Sylt fragen. Warst Du schon mal am äußersten Ende vom Ellenbogen von wo aus man die dänische Nacharinsel sehen kann ? Das würde ich so gerne mal machen aber dafür muss man 1-2 Stunden an dem einsamen Strandabschnitt laufen und weil ich niemand kenne der mitlaufen möchte, ist mir das alleine zu gefährlich.
    Am Montag bin ich wieder 3 Tage auf Sylt . Leider ist da Regen gemeldet aber Sylt ist immer schön, allerdings fehlt mir noch eine brauchbare Regenkleidung, was hast Du denn eigentlich für ein „Regenoutfit“ ?

    Liebe Grüße aus dem bewölkten Bayern

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    1. sehr schön, freue mich, dass es noch mehr Porzellanfilter-Kaffeekochende gibt 😀 Am äussersten Ende vom Ellenbogen war ich noch nicht, kann verstehen, dass Du das nicht allein machen möchtest. Ich habe eine tolle Regenjacke, die auch windfest ist, das ist eine Seglerjacke von Helly Hansen – die hatte ich mir mal zugelegt, als wir eine Eselwanderung durch Irland gemacht haben – seitdem begleitet sie mich um die Welt. Wünsche Dir eine gute Erholung auf Sylt – auch wenn es regnen sollte – Sylt ist immer schön 🧡

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  3. Ich bin selbst mit Reiskocher aufgewachsen und kann absolut nicht darauf verzichten. Da ich für eine 4-köpfige Familie koche, hält mir das Teil den Rücken frei für andere Arbeiten in der Küche. 🍚

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  4. Der Reiskocher wird mit Reis und Wasser befüllt, man betätigt den „Kochen“-Schalter und der Reis wird nach der Quellreis-Methode gekocht. Wenn er fertig ist, schaltet der Reiskocher automatisch auf „Warmhalten“. Man muss nicht umrühren, gucken, ob der Reis fertig ist, man kann sich anderen Dingen widmen. Der Reis gelingt immer, klebt nie an und lässt sich problemlos warmhalten und aufwärmen. Und du blockierst keinen Kochtopf oder keine Herdplatte. Ein Superteil, wenn man Platz dafür in der Küche hat.

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  5. Reiskocher ist mit meinem Herzensglück in meinen/unseren Haushalt eingezogen. Ist ganz praktisch, da man sich nach dem Befüllen mit Wasser und Reis und dem Aufschalten um nichts mehr kümmern muss.
    Ich merk nur, wie ich immer noch dazu tendiere, Reis im Kochtopf zu machen – Gewohnheitsmensch halt. 😉

    Ich werde auch oft angesprochen und ich mag diese Zufallsbekanntschaften ebenfalls sehr.

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